Fake-Wohnungsinserate erkennen. So schützen Sie sich vor Betrug.

Eine 4-Zimmer-Wohnung an zentraler Lage mit topmodernem Ausbau zu einem bezahlbaren Preis – Jackpot oder Abzocke? Wohnungsinserate, die fast zu gut klingen, entpuppen sich oft als Betrug. Solche Fake-Wohnungsinserate werden immer häufiger. Woran Sie diese erkennen und wie Sie sich vor Betrug schützen können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Themen

Auf einen Blick
  • Wenn ein Wohnungsinserat zu gut klingt, um wahr zu sein, steckt oft ein Betrug dahinter.
  • Die häufigsten Maschen von Fake-Wohnungsinseraten sind Vorauszahlungsbetrug und Identitätsdiebstahl.
  • Prüfen Sie Inserate sorgfältig, bevor Sie Zahlungen leisten oder persönliche Daten weitergeben.
  • Falls Sie auf ein Fake-Inserat hereinfallen, müssen Sie schnell reagieren und den Fall der Polizei melden.
Fake-Wohnungsinserate sind nichts Neues, aber der Betrug mit gefälschten Wohnungsanzeigen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die steigende Nachfrage nach Mietwohnungen, insbesondere in Städten wie Zürich, Zug oder Genf macht es für Betrügerinnen und Betrüger besonders lukrativ, ahnungslose Wohnungssuchende auszunutzen. Dahinter stecken oft kriminelle Netzwerk, die durch Fake-Inserate an Daten oder Geld gelangen wollen. Das sind die häufigsten Maschen:
  • Die Betrüger fordern eine Mietkaution oder eine erste Monatsmiete, bevor ein Mietvertrag unterzeichnet wird.
  • Häufig wird behauptet, dass die Nachfrage für die Wohnung sehr hoch sei und das Geld die Reservierung sichert.
  • Sobald die Zahlung erfolgt ist, bricht der Kontakt ab und das Geld ist verloren.
  • Die Betrüger verlangen persönliche Dokumente, wie eine Kopie des Passes oder eine Lohnabrechnung.
  • Diese Daten werden dann für weitere Betrugsfälle oder zur Eröffnung von Bankkonten missbraucht.

Es wird zwar immer schwieriger, gefälschte Wohnungsinserate zu erkennen, aber dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf einen Betrug hindeuten können:

  • Undetaillierte Wohnungsbeschreibung: Wichtige Informationen wie genaue Adresse, Wohnungsgrösse oder Nebenkosten fehlen.
  • Fehlerhafte Grammatik und Kontaktdaten: Die Anzeige enthält sprachliche Fehler oder unvollständige Kontaktinformationen.
  • Tiefer Mietpreis: Wenn der inserierte Wohnungsmietzins deutlich unter dem Marktpreis liegt, ist Vorsicht geboten. 
  • Unpassende Bilder: Die Bilder zeigen eine andere Wohnung, als im Inserat beschrieben.
  • Kaution oder Vorauszahlung: Sie sollen bereits vor der Besichtigung eine Zahlung leisten? Von seriösen Anbietern wird dies nicht verlangt.
  • Kein eindeutiger Einzugstermin: Unklare Angaben zur Verfügbarkeit der Wohnung sind ein Warnsignal.
  • Inserat fehlt auf Website der Verwaltung: Falls die Wohnung über eine Immobilienverwaltung angeboten wird, lohnt es sich, auf deren Website nachzusehen.
  • Dringlichkeit und Druck: Wenn Sie unter Zeitdruck gesetzt werden, um schnell zuzusagen oder Geld zu überweisen, handelt es sich möglicherweise um einen Betrug.

Wissen schützt vor Betrug. Wenn Sie Folgendes beachten, können Sie einen Betrug verhindern:

  • Seriöse Anbieter bevorzugen: Nutzen Sie bekannte Immobilienportale mit geprüften Inseraten.
  • Vermieter:in überprüfen: Bestehen Sie auf ein persönliches Treffen oder eine Videobesichtigung.
  • Wohnungsadresse recherchieren: Überprüfen Sie auf Google Maps oder Street View, ob die Wohnung tatsächlich existiert.
  • Keine persönlichen Daten weitergeben: Versenden Sie keine Passkopien oder Kontoauszüge ohne berechtigten Anlass.
  • Keine Vorauszahlungen leisten: Solange Sie keinen unterschriebenen Mietvertrag haben, sollten Sie keinerlei Zahlungen veranlassen.
Gut zu wissen
Aufgrund der Wohnungsknappheit sind heute persönliche Besichtigungen üblich – womöglich wird sogar nur eine begrenzte Anzahl Personen dazu eingeladen. Erst vor Ort erhalten Sie dann ein Anmeldeformular für die Wohnung.

Sie haben dringend eine Wohnung gebraucht und das Inserat hat super gepasst. Darum haben Sie eine Kopie Ihres Passes verschickt und die Mietkaution einbezahlt, bevor Sie einen unterschriebenen Mietvertrag in der Hand hatten. Und plötzlich meldet sich niemand mehr und Sie merken, dass Sie auf ein Fake-Wohnunginserat hereingefallen sind.

Keine Panik! Sie können etwas gegen den Betrug unternehmen. Wichtig ist, dass Sie jetzt schnell handeln:

  • Sammeln Sie alle Beweise, darunter E-Mails, Zahlungsbelege, Nachrichtenverläufe und Screenshots des Inserats.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei oder melden Sie den Fall der nationalen Cybercrime-Stelle (NCSC).
  • Wenn Sie bereits Geld überwiesen haben, wenden Sie sich an Ihre Bank, um eine Rückbuchung zu veranlassen. Je schneller Sie reagieren, desto höher ist die Chance, den Transfer rückgängig zu machen.
  • Haben Sie persönliche Dokumente wie Passkopien oder Kontoauszüge weitergegeben, könnte ein Identitätsdiebstahl drohen. In diesem Fall sollten Sie sich an die Polizei oder das Einwohneramt wenden, um sich abzusichern.
  • Teilen Sie Ihre Erfahrung in Mieterforen, auf Social Media oder bei der Verbraucherschutzorganisation. So können Sie helfen, die Betrugsmaschen aufzudecken und andere Betroffene warnen.

Für die Zukunft gilt: Bleiben Sie wachsam und überprüfen Sie Inserate sorgfältig, bevor Sie Zahlungen leisten oder persönliche Daten weitergeben.

Das könnte Sie auch interessieren
Feuchtigkeit in der Wohnung vermeiden: ✓ Ursachen verstehen ✓ Schäden vermeiden ✓ Richtig lüften & heizen.
Checkliste für die Wohnungsübergabe: ✓ Wichtige Punkte für Küche, Bad & Aussenbereich ✓ Mängel vermeiden ✓ Ordnungsgemässe Rückgabe sichern.
Energie sparen als Mieter:in ✓ Warum es wichtig ist ✓ Strom- & Heizkosten senken ✓ Wasser sparen leicht gemacht.