Feuchtigkeit in der Wohnung vermeiden. So gehen Sie vor.

Kochen, duschen, Wäsche waschen – wo gelebt wird, entsteht Feuchtigkeit. Damit diese bei Ihnen zuhause nicht zum Schimmelpilz führt, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Mit unseren Tipps und Tricks vermeiden Sie Feuchtigkeit in Ihrer Wohnung und sorgen für ein angenehmes Raumklima.

Themen

Auf einen Blick
  • Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann Schimmel verursachen – und Schäden für die Gesundheit und die Wohnung zur Folge haben.
  • Regelmässiges Lüften und richtiges Heizen sind die wichtigsten Massnahmen, um Feuchtigkeit in der Wohnung zu vermeiden.
  • Bei Schimmelbefall sollten kleine Stellen sofort mit Hausmitteln entfernt werden. Um grössere Schimmelflächen sollten sich Profis kümmern.

Bei alltäglichen Dingen wie Zähneputzen, Duschen oder Kochen entsteht Feuchtigkeit in der Wohnung. Aber auch durch Atmen und Schwitzen sammelt sich Nässe in der Luft. Wenn die erhöhte Luftfeuchtigkeit nicht nach draussen entweichen kann, setzt sie sich an kalten Oberflächen wie Fenstern oder Aussenwänden ab.

Dies führt auf Dauer zu einem schlechten Raumklima und Schimmel kann sich bilden. Davon betroffen sind vor allem schlecht belüftete Räume oder Neubauten.

Eine langfristig erhöhte Luftfeuchtigkeit kann sich sowohl auf Ihre Gesundheit als auch auf die Bausubstanz Ihrer Wohnung auswirken:

  • Gesundheitliche Risiken: In feuchten Umgebungen gedeiht oft Schimmel. Dieser kann Allergien, Atembeschwerden oder Hautreizungen verursachen.
  • Schäden am Bau: Hohe Feuchtigkeit kann Schäden an Wänden, Möbeln oder der Bausubstanz anrichten: Metall rostet, Holz quillt und Tapeten lösen sich. Feuchte Wände verlieren zudem Ihre Dämmwirkung – das führt zu höheren Heizkosten.
Gut zu wissen
Wenn sich an kalten Oberflächen, wie beispielsweise am Fenster, Tropfen bilden, ist dies ein erstes Warnzeichen für zu hohe Luftfeuchtigkeit.
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Feuchtigkeit in der Wohnung zu vermeiden und eine erhöhte Luftfeuchtigkeit zu reduzieren:

Kondenswasser an Fenstern zeigt eine zu hohe Luftfeuchtigkeit an. In diesem Fall ist sofortiges Lüften notwendig – aber richtig:

  • Mehrmals täglich stosslüften: Fenster für 5 bis 10 Minuten weit öffnen. Wenn möglich mehrere Fenster gleichzeitig öffnen, so dass Durchzug entsteht. Beim sogenannten Querlüften wird die Luft optimal ausgetauscht und Feuchtigkeit hat keine Chance.
  • Kurzes und intensives Lüften ist ideal, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, ohne dass dabei zu viel Wärme verloren geht. Fenster in Kippstellung bewirken eher das Gegenteil: Der Raum kühlt unnötig aus und Schimmelbildung wird begünstigt.
  • Platzieren Sie Möbel mindestens sechs Zentimeter von Aussenwänden entfernt. So kann die Luft besser zirkulieren und es staut sich weniger Feuchtigkeit.

Die richtige Raumtemperatur hilft nicht nur gegen Feuchtigkeit, sondern senkt auch die Heizkosten. Achten Sie dabei auf Folgendes:

  • Wohn- und Arbeitszimmer sollten 20–21 Grad haben, Schlafzimmer 16–18 Grad.
  • Stellen Sie Thermostatventile nicht unter Stufe 2, um kalte Wände zu vermeiden.
  • Nach einer längeren Sommerpause können Thermostatventile blockieren. Um dies zu vermeiden, sollten Sie die Regler auch im Sommer regelmässig bewegen.
  • Verwenden Sie beim Kochen die Dunstabzugshaube und lüften Sie die Küche danach gut.
  • Öffnen Sie nach dem Duschen oder Baden das Badezimmerfenster – falls vorhanden – oder schalten Sie die Lüftung ein. Auch das offen lassen der Badezimmertüre kann helfen. Trocknen Sie feuchte Flächen mit einem Tuch ab.
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche wenn möglich nicht in Wohnräumen.
Extratipp: elastische Fugen regelmässig reinigen
Elastische Fugen oder auch Kittenfugen genannt, kommen überall dort zum Einsatz, wo es spritzt – in der Dusche, Badewanne oder beim Spülbecken. Sie haben eine wichtige Abdichtungsfunktion, sind aber auch anfällig für Schmutz und Schimmel. Daher sollten Sie die Fugen regelmässig reinigen. Am besten eignet sich dafür Seifen- oder Essigwasser. In der Küche können Sie auch ein fettlösendes Mittel verwenden. Defekte Fugen sollten Sie schnellstmöglich auswechseln. Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, kümmert sich Ihre Verwaltung darum.
Trotz aller Vorsichtsmassnahmen kann es passieren, dass sich Feuchtigkeit in der Wohnung ansammelt – schlimmstenfalls hat sich sogar schon Schimmel gebildet. Um grössere Schäden zu vermeiden, ist hier schnelles Handeln angesagt. Das sollten Sie tun:
  • Wischen Sie Kondenswasser an Fenstern täglich ab, um die Feuchtigkeitsbelastung zu reduzieren.
  • Trocknen Sie feuchte Wände oder Möbelstücke sofort, indem Sie den Raum gut lüften und optimal beheizen.
  • Prüfen Sie, ob sich hinter grösseren Möbeln, wie Kommoden oder Schränken Schimmel gebildet hat.
  • Bei baulichen Mängeln wie undichten Fenstern, schlecht isolierten Wänden oder feuchten Kellerwänden sollte Sie sofort Ihre Immobilienverwaltung kontaktieren.
  • Falls Schimmel grossflächig auftritt, handelt es sich meist um ein ernsthaftes Problem. Melden Sie dies daher umgehend der Verwaltung, damit diese den Schimmelbefall professionell begutachten lassen kann.
  • Feuchte Flecken, abblätternde Farbe oder sich lösende Tapeten sind Warnsignale, die nicht ignoriert werden sollten. Informieren Sie auch in diesem Fall Ihre Verwaltung.
  • Bei grösseren oder wiederkehrenden Schimmelproblemen sollten Sie umgehend Ihre Verwaltung informieren. Denn nicht korrekt entfernte Schimmelsporen verbreiten sich nur noch mehr in der Wohnung.
  • Nach der Schimmelbeseitigung sollten Sie die genaue Ursache für die erhöhte Feuchtigkeit in der Wohnung analysieren, damit Sie entsprechend reagieren können und einen erneute Schimmelbildung vermeiden.
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