Themen
Warum entsteht Feuchtigkeit in der Wohnung?
Bei alltäglichen Dingen wie Zähneputzen, Duschen oder Kochen entsteht Feuchtigkeit in der Wohnung. Aber auch durch Atmen und Schwitzen sammelt sich Nässe in der Luft. Wenn die erhöhte Luftfeuchtigkeit nicht nach draussen entweichen kann, setzt sie sich an kalten Oberflächen wie Fenstern oder Aussenwänden ab.
Dies führt auf Dauer zu einem schlechten Raumklima und Schimmel kann sich bilden. Davon betroffen sind vor allem schlecht belüftete Räume oder Neubauten.
Welche Folgen hat zu hohe Luftfeuchtigkeit?
Eine langfristig erhöhte Luftfeuchtigkeit kann sich sowohl auf Ihre Gesundheit als auch auf die Bausubstanz Ihrer Wohnung auswirken:
- Gesundheitliche Risiken: In feuchten Umgebungen gedeiht oft Schimmel. Dieser kann Allergien, Atembeschwerden oder Hautreizungen verursachen.
- Schäden am Bau: Hohe Feuchtigkeit kann Schäden an Wänden, Möbeln oder der Bausubstanz anrichten: Metall rostet, Holz quillt und Tapeten lösen sich. Feuchte Wände verlieren zudem Ihre Dämmwirkung – das führt zu höheren Heizkosten.
Wie kann man Feuchtigkeit in der Wohnung vermeiden?
Richtig Lüften: Stosslüften statt Kipplüften
Kondenswasser an Fenstern zeigt eine zu hohe Luftfeuchtigkeit an. In diesem Fall ist sofortiges Lüften notwendig – aber richtig:
- Mehrmals täglich stosslüften: Fenster für 5 bis 10 Minuten weit öffnen. Wenn möglich mehrere Fenster gleichzeitig öffnen, so dass Durchzug entsteht. Beim sogenannten Querlüften wird die Luft optimal ausgetauscht und Feuchtigkeit hat keine Chance.
- Kurzes und intensives Lüften ist ideal, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, ohne dass dabei zu viel Wärme verloren geht. Fenster in Kippstellung bewirken eher das Gegenteil: Der Raum kühlt unnötig aus und Schimmelbildung wird begünstigt.
- Platzieren Sie Möbel mindestens sechs Zentimeter von Aussenwänden entfernt. So kann die Luft besser zirkulieren und es staut sich weniger Feuchtigkeit.
Optimales Heizen für ein trockenes Raumklima
Die richtige Raumtemperatur hilft nicht nur gegen Feuchtigkeit, sondern senkt auch die Heizkosten. Achten Sie dabei auf Folgendes:
- Wohn- und Arbeitszimmer sollten 20–21 Grad haben, Schlafzimmer 16–18 Grad.
- Stellen Sie Thermostatventile nicht unter Stufe 2, um kalte Wände zu vermeiden.
- Nach einer längeren Sommerpause können Thermostatventile blockieren. Um dies zu vermeiden, sollten Sie die Regler auch im Sommer regelmässig bewegen.
Feuchtigkeit beim Kochen, Duschen und Wäsche trocknen reduzieren
- Verwenden Sie beim Kochen die Dunstabzugshaube und lüften Sie die Küche danach gut.
- Öffnen Sie nach dem Duschen oder Baden das Badezimmerfenster – falls vorhanden – oder schalten Sie die Lüftung ein. Auch das offen lassen der Badezimmertüre kann helfen. Trocknen Sie feuchte Flächen mit einem Tuch ab.
- Trocknen Sie Ihre Wäsche wenn möglich nicht in Wohnräumen.
Was tun, wenn bereits Feuchtigkeit oder Schimmel vorhanden ist?
Erste Massnahmen bei sichtbarer Feuchtigkeit
- Wischen Sie Kondenswasser an Fenstern täglich ab, um die Feuchtigkeitsbelastung zu reduzieren.
- Trocknen Sie feuchte Wände oder Möbelstücke sofort, indem Sie den Raum gut lüften und optimal beheizen.
- Prüfen Sie, ob sich hinter grösseren Möbeln, wie Kommoden oder Schränken Schimmel gebildet hat.
Wann sollte die Immobilienverwaltung informiert werden?
- Bei baulichen Mängeln wie undichten Fenstern, schlecht isolierten Wänden oder feuchten Kellerwänden sollte Sie sofort Ihre Immobilienverwaltung kontaktieren.
- Falls Schimmel grossflächig auftritt, handelt es sich meist um ein ernsthaftes Problem. Melden Sie dies daher umgehend der Verwaltung, damit diese den Schimmelbefall professionell begutachten lassen kann.
- Feuchte Flecken, abblätternde Farbe oder sich lösende Tapeten sind Warnsignale, die nicht ignoriert werden sollten. Informieren Sie auch in diesem Fall Ihre Verwaltung.
Professionelle Schimmelbeseitigung
- Bei grösseren oder wiederkehrenden Schimmelproblemen sollten Sie umgehend Ihre Verwaltung informieren. Denn nicht korrekt entfernte Schimmelsporen verbreiten sich nur noch mehr in der Wohnung.
- Nach der Schimmelbeseitigung sollten Sie die genaue Ursache für die erhöhte Feuchtigkeit in der Wohnung analysieren, damit Sie entsprechend reagieren können und einen erneute Schimmelbildung vermeiden.